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Banken schneiden bei Anlageberatung laut Stiftung Warentest überwiegend "ausreichend" ab
Ein Jahr nach der Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers beraten viele Bankberater ihre Kunden weiterhin oft schlecht. Das ist das Ergebnis eines Tests der Zeitschrift "Finanztest" unter 21 großen Instituten im Zeitraum von Juli bis September dieses Jahres. Medienberichten zufolge hätten demnach viele Berater den Kunden riskante Zertifikate und Fonds empfohlen, gesetzliche Vorschriften nicht eingehalten oder hauptsächlich die eigene Provision bei der Beratung im Auge gehabt.
Dem Test zufolge habe nicht ein einziges Institut seine Kunden "gut" beraten. Laut der Stiftung Warentest schnitten die Commerzbank, die Kreissparkasse Köln und die Berliner Sparkasse mit der Note "befriedigend" am besten ab. Die Anlageberatung der BW Bank und der Ostsächsischen Sparkasse schnitten hingegen mit "mangelhaft" ab. Die übrigen Banken seien mit "ausreichend" bewertet worden.
Gefragt habe das Institut exakt nach dem Thema, das das Denken der Kunden seit der Finanzkrise beherrsche, wie der Chefredakteur von "Finanztest", Hermann-Josef Tenhagen, verriet. Dabei hätten die Tester in den Beratungsgesprächen angegeben, 30.000 Euro auf fünf Jahre bei einer Rendite von vier Prozent sicher anlegen zu wollen. Da es im Testzeitraum Juli bis September für eine sichere Geldanlage über fünf Jahre keine vier Prozent Rendite gegeben habe, hätten die Berater dieses Problem erkennen und ihre Kunden fragen müssen, ob ihnen die Sicherheit oder die Rendite wichtiger sei.
Das Ergebnis war ernüchternd. Medienberichten zufolge soll laut Tenhagen ein Drittel der Berater nicht in der Lage gewesen sein, den Kunden die simple Weisheit zu vermitteln, dass mehr Rendite auch mehr Risiko bedeute und dass dieser Wunsch, vier Prozent Rendite zu erhalten, zurzeit unrealistisch sei.
Die gesetzlich vorgeschriebene Frage nach den Einkommensverhältnissen der potenziellen Kunden hätten sogar zwei Drittel der Berater nicht einmal gestellt. Laut Tenhagen könne jemand, der seine Kunden so wenige kenne, nicht anlegergerecht beraten. "Allenfalls zufällig passen" könnten die Empfehlungen der Banker. Wie die Banken mit gesetzlichen Vorschriften umgingen, sei zudem verwunderlich.
Fazit des Tests sei dem Leiter der Abteilung Finanzdienstleistungen Stiftung Warentest, Stephan Kühnlenz, zufolge, dass die Kunden in diesem im Grunde eins zu eins nachgestellten Lehmann-Fall wieder alles angedreht bekommen hätten.
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