Jobwechsel: Nachteile bei Betriebsrenten in Deutschland

22. Januar 2008 - Stichworte:

Eine Studie der Managementberatung Hewitt Associates hat ergeben, dass Arbeitnehmer in Deutschland beim Firmenwechsel häufiger Nachteile bei der betrieblichen Altersvorsorge hinnehmen müssen als in anderen europäischen Ländern. Vorgestellt wurden die Ergebnisse der Auswertung von der EU-Kommission am heutigen Dienstag in Brüssel. Die Studie zeigt, dass deutsche Arbeitnehmer im Durschnitt länger in einem betrieblichen Zusatzrentensystem sein müssen als in anderen Ländern, um erworbene Ansprüche nicht zu verlieren. Aus Sicht der Kommission behindern solche Benachteiligungen die von der Wirtschaft geforderte Mobilität von Arbeitskräften.

Wie aus der Studie hervorgeht, sind von Firmen finanzierte Zusatzrenten in 86 Prozent der deutschen Verträge erst nach mehr als zwei Jahren Betriebszugehörigkeit gesichert. Im Vergleich dazu liegt der europäische Durschnitt bei knapp einem Drittel. Bei etwa 10 Prozent der Fälle ist die Wartezeit in Deutschland hierfür sogar 10 Jahre. Europaweit liegt die Zahl hier nur bei 5 Prozent. Einen Nachteil haben Deutsche Arbeitnehmer auch bei der Neubewertung der erworbenen Betriebsrenten zum Beginn der Rentenzeit. Hat ein Arbeitnehmer in Deutschland seinen Job in seinem Berufsleben gewechselt, so muss etwa bei der Hälfte der angebotenen Versicherungsverträge davon ausgehen werden, dass der Wert der Ansprüche aus einer früheren Beschäftigung nicht mehr aktualisiert wird. Dieser Wert liegt im Vergleich dazu in Europa bei nur 26 Prozent.

Insgesamt spielt das Thema betriebliche Altersvorsorge in Europa eine große Rolle. Die in der Studie erhobenen Zahlen besagen, dass rund 3000 Milliarden Euro in solchen Absicherungen gebunden sind. In Deutschland profitieren rund 19 Millionen Arbeitnehmer von dieser Form der Altersabsicherung. Das entspricht ca. zwei Drittel der Beschäftigten. Die Höhe der Rente aus der betrieblichen Zusatzabsicherung wird demnach im Durchschnitt bei 400 Euro monatlich liegen.



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