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Niederländisches Rentensystem in der Krise
Nach einem Bericht der "taz", die sich auf eine Aussage des niederländischen Sozialministers Piet Hein Donner beruft, kämpft die Hälfte der dortigen Pensionskassen mit finanziellen Problemen. Da jeder Euro, der an die künftigen Rentner ausgezahlt werden muss, aktuell im Durchschnitt nur noch mit 0,85 Euro gedeckt ist, beläuft sich die Lücke insgesamt auf 100 Milliarden Euro. Experten wie der Amsterdamer Wirtschaftsprofessor Arnoud Boot warnte vor einem bis zu 50%igen Wertverlust der Renten für die jetzt Erwerbstätigen.
Für viele Rentenexperten ist die Rentenkrise in den Niederlanden eine überraschende Entwicklung, denn das dortige Rentensystem galt bislang als internationales Vorbild, wurde sogar von der Weltbank als "bestes System der Welt" gelobt, so die "taz". Die staatliche Rente ist in den Niederlanden (im Vergleich zu Deutschland) gering, der Großteil stammt aus Pensionsfonds, mit denen das Geld in Aktien, Hedgefonds und Private Equity investiert wird. Minister Donner plant eine nochmalige Analyse der Investitionsentscheidungen der Pensionsfonds und gestattete den Rentenkassen eine Fristverlängerung. So können sie ihre Verluste nun innerhalb von fünf statt drei Jahren ausgleichen und dazu höhere Prämien verlangen.
Noch gibt es in unserem Nachbarland keine grundsätzliche Debatte über die weitere Entwicklung des Rentensystems. Es gibt aber durchaus Stimmen, die sich für eine Reform aussprechen, nach der z.B. die aus Steuermitteln finanzierte staatliche Rente erhöht wird.
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