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Rürup-Rente: Für Selbstständige jährlich zwei Prozent mehr absetzbar

03. Dezember 2008 - Stichworte:

Seit Markteinführung der Rürup-Rente im Jahr 2005 läuft das Geschäft mit ihr immer noch eher schleppend. Denn immer noch würden noch viel zu wenige, für die dieses Modell in Frage komme, die Rürup-Rente kennen, so der Vertriebsbeauftragte der Personenversicherungen bei der Allianz, Benjamin Westermann. Die Rürup-Rente wurde vor allem für Selbstständige und Freiberufler geschaffen: „Für sie ist Rürup-Rente oft die einzige Möglichkeit einer staatlich geförderten Altersvorsorge“, sagt Benjamin Westermann. Mit Rürup soll die Lücke, die Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge offen lassen, schließen. An den Beitragszahlungen beteiligt sich der Staat in Form von Steuervorteilen. Jährlich bis zu 20.000 Euro, Verheiratete bis zu 40.000 Euro können Rürup-Sparer so anlegen. Von der Steuer absetzbar sind derzeit 66 Prozent der für die Rürup-Rente eingezahlten Beiträge. Für Singles heißt dies maximal 13.200 Euro, für Verheiratete 26.400 Euro und der Sonderausgabenabzug steigt jedes Jahr um zwei Prozent, bis die 100 Prozent im Jahr 2025 erreicht sind.

Die Abzugsbeiträge werden durch Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung oder für ein berufsständisches Versorgungswerk gemindert. „Im Alter muss die Rente ab dem Jahr 2040 voll versteuert werden“, sagt Benjamin Westermann. Deshalb gilt es, genau zu prüfen, ob die Steuerersparnis, die durch die Einzahlung zustnade kommt, größer ist als später die steuerliche Belastung der Auszahlungen. Volker Haas von der Hypo Vereinsbank (Altersvorsorge) sagt: „Auch für Arbeitnehmer und Beamte mit höherem Einkommen lohnt sich die Rürup-Rente. Gegenüber der Privatvorsorge ist die steuerliche Förderung klar im Vorteil“, da sich mit einem Rürup-Vertrag weitere Steuern sparen lassen, sollte die Fördergrenze von Riester oder Betriebsrente ausgeschöpft sein.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege: Die Beiträge bei der klassischen Rürup-Rentenversicherung werden vor allem in sichere Zinspapiere investiert. Mit Rürup-Fonds hat der Sparer höhere Chancen, jedoch auch ein höheres Risiko. Da einige Fonds gerade in jetzigen Krisenzeiten auch empfindliche Verluste einfahren können, sagt Haas: „Hier sind die eingezahlten Beiträge nicht immer garantiert.“ Trotzdem rät er jüngeren Sparern zur fondsgebundenen Variante, da Kursschwankungen in der Regel durch die lange Laufzeit ausgeglichen würden. Haas weiter: „Die Rendite kann mittelfristig im Schnitt acht bis zehn Prozent betragen.“ Die Rentenversicherung schaffe nicht einmal die Hälfte, allerdings falle die garantierte Rente dafür höher aus.

Die Rürup-Rente kann man sich im Alter nicht auszahlen lassen, für sie gilt nur der Weg der Rentenzahlung. Desweiteren lässt sie sich auch nicht beleihen und kann nur in engen Grenzen vererbt werden. „Nur Ehepartner und Kinder bis 26 Jahre sind bezugsberechtigt“, so Benjamin Westermann. Ein Anbieterwechsel ist selten möglich.



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