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Sellering fordert zügige und gerechte Angleichung der Renten in Ost und West

12. Dezember 2008 - Stichworte:

Am Freitag bei einem Workshop zum Thema Rente in Berlin vertrat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering die Auffassung, dass die Angleichung der Renten in Ost und West zügig verwirklicht werden müssen, jedoch nicht zu Lasten künftiger Rentner. Er sagte: „Für die gleiche Arbeit und die gleiche Dauer der Erwerbstätigkeit muss es in Ost und West auch die gleiche Rente geben. Auch knapp 20 Jahre nach der Wende werden die Renten immer noch unterschiedlich berechnet. Damit muss Schluss sein – und zwar nicht erst in weiteren 20 Jahren.“ Mit der Bundesregierung seien die ostdeutschen Landesregierungen im Gespräch. Er strebe an, bis zum Jahr 2020 ein einheitliches Rentensystem zu verwirklichen. Der Ministerpräsident forderte die Bundesregierung dazu auf, Berechnungen zu dem von den ostdeutschen Bundesländern in den Bundesrat eingebrachten Antrag vorzulegen.

Vor scheinbar einfachen Lösungen warnte Sellering. „Das Rentenrecht ist nun einmal sehr kompliziert. Da reicht es nicht, einfach die Rentenwerte in Ost und West zu vereinheitlichen. Eine einheitliche Rentenberechnung darf nicht dazu führen, dass wir für die heutigen Rentner in Ostdeutschland etwas erreichen, die künftigen Rentnergenerationen aber bestrafen“, sagte er, da das Lohnniveau in Ostdeutschland nach wie vor wesentlich niedriger sei. Arbeitseinkommen im Osten würden auf diesem Grunde im Rentensystem bislang höher bewertet. Derzeit reicht im Osten ein Jahreseinkommen von rund 25.400 Euro aus, um einen Entgeltpunkt im Rentensystem zu bekommen, dagegen muss ein Arbeitnehmer in Westdeutschland für einen Entgelt punkt jährlich rund 30.000 Euro verdienen. „Wenn diese Höherbewertung von jetzt auf gleich wegfiele, würde die junge Generation in Ostdeutschland doppelt bestraft. Sie verdienen heute für die gleiche Arbeit in der Regel schon weniger als Arbeitnehmer im Westen und bekommen später dann auch noch weniger Rente“, sagte Sellering.

Deshalb müsse das neue System den Menschen in allen Teilen Deutschlands gerecht werden und es zähle auch dazu, der drohenden Altersarmut entgegenzuwirken.



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