Sozialverband spricht sich für bessere Rente für Geringverdiener aus

10. August 2009 - Stichworte:

Als Maßnahme gegen Altersarmut hat sich der Sozialverband Deutschland (SoVD) für die Einführung von Freibeträgen bei der Rente ausgesprochen. Am vergangenen Freitag stellte der Verbandspräsident Adolf Bauer in Berlin ein Konzept vor, nach dem Geringverdiener, die ihre Rentenbezüge mit Leistungen der Grundsicherung aufstocken müssen, einen Teil ihrer gesetzlichen Rente anrechnungsfrei behalten dürfen. Sollten Senioren ihr ganzes Leben lang im Niedriglohnbereich gearbeitet haben, bekämen sie dem Konzept zufolge eine über dem Grundsicherungsniveau liegende Rente. Durch Steuergelder soll die Maßnahme finanziert werden.

Klaus Michaelis, SoVD-Bundesvorstandsmitglied, betonte, dass Niedriglohnbezieher in Zukunft auch nach 45 Beitragsjahren das Grundsicherungsniveau bei der Rente nicht mehr erzielen könnten. Würde das Konzept mit der vorgeschlagenen Mindestsicherung angenommen werden, würde sich hingegen jede Rentenzahlung wieder lohnen. Daher soll dem SoVD zufolge eine Rente bis zu 100 Euro anrechnungsfrei bleiben, Altersbezüge zwischen 100 und 200 Euro zur Hälfte und Renteneinkünfte zwischen 200 und 300 Euro zu 25 Prozent.

Damit hätten Geringverdiener bei einer Rente von 300 Euro ein Alterseinkommen aus Rente und Grundsicherung, das um 175 Euro über dem Existenzminimum liege. Derzeit würden rund 500.000 Menschen davon profitieren, heute würden die Kosten dafür etwa bei einer Milliarde Euro liegen.

Ferner setzt sich der Verband im Kampf gegen Altersarmut für einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro ein. Des Weiteren sollten auch die Abschläge für Erwerbsminderungsrentner von bis zu 10,8 Prozent abgeschafft werden. Ältere Arbeitnehmer, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen vorzeitig Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen, müssen derzeit Leistungskürzungen in Kauf nehmen.



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